veröffentlicht am 20. Juni 2011

Die alte Leier mit dem Premium Content

Die Diskussion um Sinn oder Unsinn, pro oder contra, tun oder nicht tun von Bloginhalten, die nur Lesern zugänglich sind, die vorher einen Obulus entricht haben, geht in die nächste Runde. Dieses mal sind aber die Umstände anders, denn Robert Basic stellt die Leser mehr oder minder vor vollendete Tatsachen. Womit ich beim Thema wäre … Es ist ja nicht gerade eine Weltneuheit in der Bloggerwelt, dass man mit Wissen Geld verdienen will und von daher gibt es den sogenannten Premium Content auch schon lange. Vor allem im englischsprachigen Raum ist Premium Content mittlerweile weit verbreitet. Im deutschsprachigen Raum ticken die Uhren aber anders und die Ansichten der User liegen dabei soweit auseinander, dass man sie vermutlich in Lichtjahren messen müsste.

Ist Premium Content generell schlecht oder muss im Internet alles umsonst sein?

Aus meiner Sicht ganz klar nein. Es gibt imho 2 große Probleme, die ich ausmache.

1. Der schlechte Ruf eilt voraus.

“Ich verdiene online Geld, indem ich anderen erzähle, wie ich online Geld verdiene”

Unter Premium Content, paid content oder auf gut deutsch Inhalt für den man latzen muss verstehe ich zB. auch E-Books, Videos und Newsletter, mit denen die üblichen Verdächtigen versuchen, ihr Marketinggeseiere für teure Penunsen an den Mann zu bringen um sich eine goldene Nase zu verdienen.
Ich bin jetzt seit mehreren Jahren mehr oder auch mal weniger aktiv im Internet unterwegs und tue mich heute noch manchmal schwer damit, nicht auf solche Windeier rein zu fallen.

2. Geiz ist leider immnoch geil.

Das Problem sehe ich als größeres von beiden an. Das Internet ist voll von kostenlosen Content und warum sollte ich für etwas zahlen, wenn es etwas ähnliches woanders umsonst gibt? Qualität hat sicher seinen Preis, aber erzählt das mal den ganzen “Schnäppchenjägern” da draußen.

Meine Meinung.

Ich würde für Premium Content bezahlen, wenn er wirklichen Mehrwert für mich bringt. Das heißt, dass das Thema bis ins kleinste Detail ausgeleuchtet werden sollte und der Autor auch dann für eventuelle Rückfragen zur Verfügung steht. Themen können von mir aus auch gerne als Artikelserie gebracht werden, wenn es zu komplex für einen Beitrag wäre. Allerdings muss der Preis fair sein. Wahrscheinlich würde ich keinen Betrag zahlen, der den eines monatlichen Abos eines Magazins überschreitet. Robert soll es einfach versuchen. Im schlimmsten Fall ist er eine Erfahrung reicher.

8 Antworten

  1. danke für die Gedanken. Die “0900er” Problematik – würde ich in Kurzform so bezeichnen – kann in der Tat einen Faktor spielen. Wird es auch. Zugrunde liegt die klassiche Frage des Käufers “was habe ich davon”. Gerade nicht physische Güter sind vom Nutzwert her schwerer greifbar und erklärbar, aber auch schwieriger nachzuvollziehen. Vertrauen spielt eine Rolle, ebenso wie das Misstrauen. “Take it or leave it”-Ansätze traue ich mir daher nicht zu. Btw, inhaltlich wird es nicht um das Thema “blogs monetarisieren” gehen, aber das nur am Rande:)

    Das andere Problem sehe ich in abgeschwächter Form. Die Masse an verfügbaren, freien Informationen ist nicht die Lösung des Problems, sondern ein Problem selbst. So sind wir heute schon in der Lage, unzählige Informationen zu beziehen. Doch mangels Zeitbudgets und Verarbeitungskapazitäten ist das Individuum dazu nicht in der Lage. Suchkostenreduzierung, Aggregation, Filterung und Interpretation stellen jeweils einen Nutzen für das Individuum dar. Realwirtschaftlich umgesetzt? Nur Beispiel: Google spielt bei der Suchkostenreduktion eine Rolle, “reuters” beim Aggregieren und Filtern, ein Medien/Analyseorgan beim Interpretieren.

    • Es ist ja auch so, dass die Zielgruppe für so ein Angebot in der Regel internetfirm genug ist und Namen wie deiner zB. bekannt sind, sodass Vertrauen da sicher weniger eine Rolle spielt.

      Stimmt, mich stört es auch immens, wenn ich über zig Webseiten suchen muss um am Ende ein Ergebnis zu bekommen. Das dauert zulange und ist müßig. Mir wäre eine zentrale Anlaufstelle da wesentlich lieber und dafür wäre ich bereit zu bezahlen. Bei aller negativen Kritik wette ich aber, dass das Ding Anklang findet.

  2. Pingback: Blogs und Paid Wall II. | basic

  3. Paid Wall, wenn ich sowas schon wieder nur lese, dann reicht es mir schon wieder. Warum heißt das nicht ganz Deutsch einfach “Bezahlte Inhalte” oder so die Richtung? Ja ja, jetzt kommt wieder dieses BlaBla das in English sich alles so viel toller anhört, drauf geschissen ehrlich gesagt!

    Ob der Robert diese Idee auch zu Geld machen kann, das bleibt dann aber dennoch abzuwarten. Bin eher skeptisch der Idee gegenüber eingestellt, wobei ich mich jedoch gerne Positiv überraschen lasse. :D

  4. Ich sehe das Thema generell nicht negativ. Der Vorteil liegt auf der Hand. Man muss nicht mehr bei mehreren Quellen recherchieren, suchen, nachschauen what ever.Spart ne Menge Zeit, wenn man zum nachschlagen nur auf eine Quelle angewiesen ist.
    btw. mir gehts auch auf den Keks, dass unsere Sprache so vergewaltigt wird, aber im technischen ist es gang und gäbe und auch ok. Paid Wall hätte man aber wirklich bezahlten Inhalt nennen können.

  5. gab auch auf meinem Blog den einen oder anderen Kommentar zum “paid wall”. Da sich Bezahlte Mauer merkwürdig für deutsche Ohren anhört, erklärt sich der Rückgriff auf “paid wall”. Was ist nun eine “bezahlte Mauer”? Ein kleine, humorige Beigabe mit wirtschaftlichen Hintergrund. Die Wahrscheinlichkeit besagt, dass die meisten Projekte scheitern. Da ich Optimist bin, ist die Mitte dessen eine “bezahlte Mauer”. Kosten und Mühen halten sich grob mit dem Entgelt in Waage, so dass letztlich nur die Mauer … bezahlt… sein… könnte. Ein Nullsummenspiel. Aber nicht so wichtig, wie gesagt, eine kleine Humoreinlage, die keiner bis jetzt verstanden hat. Also lasse ich es unkommentiert bei mir, hier eben nicht, da es um ein Deutsches Ohr geht, das irritiert ist. Nicht zu ernst nehmen, das ;)

  6. Ich finde das ehrlich gesagt eine tolle Idee von Robert und habe das bei ihm auch gerade kommentiert. Bin sehr gespannt wie sich das entwickelt und werde es in jedem Fall beobachten.

    • Jupp, ist auch ne gute Idee. ich hoffe nur, dass die Artikel dann auch so geschrieben sind, dass man sie auch als Laie versteht. ;-)

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